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[ 24.03.2010 ]

Wissenschaft zum Anfassen

"Wasser ist Leben", unter diesem Motto erlebten über 20 Wissenschaftsinteressierte in Bürmoos Live-Experimente im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Wissenschaft im Wirtshaus"

  • Wie kann ich mit Strohhalm und Faden einen Eiswürfel aus einem Glas angeln?
  • Schwimmt ein Ei in Salzwasser besser als in Trinkwasser?
  • Wie „hart" ist das Trinkwasser bei mir zu Hause? 

Diese und viele andere Fragen rund um das Thema „Wasser ist Leben" beantwortete der Chemiker und Kabarettist Dipl. Ing. Michael Stockinger am 23. März 2010, bei der Veranstaltung "Wissenschaft im Wirtshaus" in Stiegl`s Einkehr in Bürmoos, zu der das Salzburger Bildungswerk und die IV Salzburg geladen hatten. Bei ausgezeichneter Stimmung entdeckten viele der Teilnehmer ihr Interesse für die Wissenschaft neu. Michael Stockinger weckte mit den Experimenten bei vielen BürmooserInnen den Forschergeist. 

Mit der Veranstaltungsreihe "Wissenschaft im Wirtshaus" wird Erwachsenen ein einfacher aber spektakulärer Zugang zu Naturwissenschaft und Technik ermöglicht. Abseits von Schulklassen, Labors und Hörsälen haben Erwachsene die Möglichkeit, mit PhysikerInnen, ChemikerInnen und BiologInnen direkt im Wirtshaus, in der freien Natur oder wo auch immer zu experimentieren. So können sie in einer angenehmen Atmosphäre komplexe Themen auf einfache und spannende Art und Weise kennen lernen. Jeder wird selbst zum Forscher und entdeckt so die Welt der Wissenschaft. Eltern und Großeltern können das Erlebte an ihre Kindern und Enkelkinder weitergeben und bei ihnen das Interesse für diese Themen wecken und steigern.

Die IV Salzburg unterstützt dieses Projekt, um vor allem Kinder für Naturwissenschaften und Technik (NWT) zu interessieren. Die Neugier bzw. der Forschergeist, der bei Kindern noch stark ausgeprägt ist, soll gefördert werden. Denn trotz Krise gibt es nach wie vor beachtliche Lücken bei der Deckung des Fachkräftebedarfs im Bereich NWT in Österreich.

  • 42% der Unternehmen haben derzeit - trotz Wirtschaftskrise - Probleme, genügend Fachkräfte im Bereich Technik & Produktion und
  •  54% genügend Hochqualifizierte im Bereich F&E zu finden. Damit hat sich die Situation rund um den „Techniker/-innenmangel" im Vergleich zu 2006 kaum entspannt. Im Jahr 2006 hatten 60% aller forschungsintensiven Unternehmen Probleme bei der Rekrutierung von technisch Hochqualifizierten.
  • 40% der Unternehmen erwarten, dass der Bedarf an Beschäftigten dieser beiden Gruppen auch innerhalb der nächsten 3 Jahre weiter ansteigen wird.

Irene Schulte, Geschäftsführerin der IV Salzburg: „Diese Zahlen zeigen deutlich, dass wir die Förderung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses stärker forcieren müssen. Die Engpässe bei hoch qualifiziertem Personal konnten in der aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht entschärft werden."

Deshalb bedarf es maßgeblicher Reformen im Bildungsbereich, von der vorschulischen Erziehung, der Schule, über den tertiären Bildungssektor bis hin zur betrieblichen Aus- und Weiterbildung und der Attraktivierung von naturwissenschaftlichen und technischen Bildungsangeboten. "Initiativen wie ‚Wissenschaft im Wirtshaus' sind sehr wichtig, um Erwachsene und Kinder gleichermaßen für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, sagte Irene Schulte zu der Veranstaltungsreihe.

Der Mensch muss weiterhin im Mittelpunkt stehen, Kreativität und kritisches Denken gefördert und die Begeisterung der Jugend für Technik gesteigert werden. Die Herausforderungen der Nachwuchssicherung in NWT in Österreich sind breit gefächert. Zentral ist die Nachwuchssicherung von „innen" - durch die Ausbildung einer ausreichenden Zahl an hochqualifizierten Absolventinnen und Absolventen. Gleichzeitig müsse Österreich seine Attraktivität nach „außen" als Arbeitsplatz für internationale Spitzenkräfte weiter ausbauen, um im zunehmenden globalen Wettbewerb um die größten Talente bestehen zu können.

Die fünf entscheidenden Handlungsfelder der Nachwuchssicherung in NWT sind die Steigerung des Innovationsbewusstseins der Gesellschaft; die Innovierung des Bildungssystems (Kindergarten, Schule, Hochschulen); die stärkere Einbeziehung von Frauen in Naturwissenschaften und Technik; die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Forschungs- und Innovationsberufe und die Erhöhung der Mobilität und Forcierung des qualifizierten Zuzuges. Wie wichtig diese Punkte sind zeigt eine aktuelle IMAS-Studie. Dieser Studie zufolge meinen zwei Drittel der Befragten, dass körperliche Schwierigkeit der wichtigste Richtwert für die Bemessung beruflicher Leistung sei. Ausbildung und Qualifikation sieht nur noch die Hälfte als wichtig. Ideenreichtum, Kreativität und originelles Denken sieht nur noch ein gutes Drittel der Befragten als Maßstab für die Entlohnung von beruflicher Leistung. Das zeigt wie sehr am Innovationsbewusstsein der Gesellschaft noch gearbeitet werden muss.

Rückfragehinweis: Mag. Regina Danzl, Referentin für Bildung, Innovation und Forschung. E-Mail: r.danzl@iv-net.at Tel.: 0662 872266-76



Experimente machen Spaß
Experimente machen Spaß

v.l.: Peter Eder Bürgermeister Bürmoos, Mag. Regina Danzl IV Salzburg, Daniel Krainer Salzburger Bildungswerk Bürmoos, Dipl. Ing. Michael Stockinger Chemiker 



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