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[ 23.04.2010 ]

IV-Konjunkturumfrage zum 1. Quartal 2010

Optimismus in Industriebetrieben steigt - Höherer Beschäftigtenstand erwartet.

„Die Salzburger Industrie blickt erstmals wieder zuversichtlich in die Zukunft. Die Betriebe gehen von einer Verbesserung der Produktionsauslastung und sogar von einem höheren Beschäftigtenstand in den nächsten drei Monaten aus." So fasst IV-Präsident Mag. Rudolf Zrost den positiven Trend der Konjunkturumfrage zum 1. Quartal 2010 zusammen.

Geschäftslage im 1. Quartal 2010
Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage in den Salzburger Industriebetrieben verbesserte sich im ersten Quartal 2010 nur geringfügig. Ein Drittel der befragten Unternehmer bezeichnen sie noch immer als schlecht. Von einer guten Geschäftslage kann nicht einmal ein Zehntel der Industriebetriebe berichten. Das spiegeln auch die Umfrageergebnisse zum Auftragsbestand wieder. Während im 4. Quartal 2009 noch 38 Prozent der Betriebe den Auftragsbestand als gut bezeichneten, sind es im ersten Quartal dieses Jahres nur noch 7 Prozent. Allerdings ging die Zahl der Industriebetriebe mit schlechter Auftragslage um fast zehn Prozent zurück. „Viele Industriebetriebe kämpfen derzeit mit extremen Auftragsschwankungen, einige vergleichen die Auftragszahlen sogar mit einer Fieberkurve", weiß IV Geschäftsführerin Mag. Irene Schulte. Kurzfristige Einzelaufträge, beispielsweise für das Auffüllen von Lagerbeständen, können einzelne Betriebe aufgrund von Rohstoffknappheit und steigenden Rohstoffpreisen kaum erfüllen. Dies zeigt wie fragil die wirtschaftliche Situation für die Industriebetriebe derzeit ist. Sie brauchen mehr Arbeitszeitflexibilität, um auf solche extremen Schwankungen reagieren zu können.

Steigender Beschäftigtenstand
Sehr erfreulich haben sich von Jänner bis März 2010 die Einschätzungen zur Produktionsauslastung und auch zum Beschäftigtenstand entwickelt. Die Hälfte der Unternehmen plant in den nächsten Monaten neue Mitarbeiter einzustellen. In den vergangenen neun Monaten waren es lediglich zwischen zwei und fünf Prozent. Schon jetzt sind Industriebetriebe wieder vermehrt auf Mitarbeitersuche. Allerdings haben sie nach wie vor große Schwierigkeiten entsprechend qualifizierte Techniker in Salzburg zu finden. Positiv ist die deutlich steigende Produktionserwartung. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht eine steigende Produktionstätigkeit in den kommenden drei Monaten, während fast niemand mehr einen Rückgang befürchtet.

Langfristig ist auch zu erkennen, dass die Industriebetriebe mit einer spürbaren Verbesserung der Konjunktur rechnen. Die Geschäftslage in sechs Monaten wird von jedem zweiten Betrieb als günstiger eingeschätzt. „Man kann jetzt schon von einem Erholungsprozess sprechen, ein selbsttragender Aufschwung ist das aber auf keinen Fall. Das Niveau des Vorkrisenjahres 2008 wird die Industrie frühestens 2012 erreichen", fasst Irene Schulte die Konjunkturaussichten zusammen.

Industrie jetzt stärken
Der aktuelle positive Trend ist allerdings kein Grund für verfrühten Jubel. Die Industrie steht aufgrund der instabilen Auftragssituation unter großem Druck. „Gerade jetzt ist es notwendiger denn je, die Industrie zu stärken", fordert IV Präsident Zrost. „Die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Salzburg muss mit zusätzlichen Mitteln für Forschung und Entwicklung, einer effizienteren Verwaltung und vorausschauender Raumplanung erhöht werden. Neue Belastungen sind jetzt der falsche Weg. Die tagtägliche Diskussion über neue Steuern schafft große Verunsicherung in den Betrieben", so Zrost. Nur wenn jetzt in Standort, Infrastruktur und Bildung investiert wird, kann aus dem Erholungsprozess der Industrie auch ein wirtschaftlicher Aufschwung werden.

Zur Befragung
Für die Konjunkturumfrage zum 1. Quartal 2010 wurden 37 Unternehmen mit 23.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befragt.




Geschäftsentwicklung, Konjunktur
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