[ 27.04.2010 ]
AnschlussbahnCoach wertet Schienengüterverkehr auf
Die Verlagerung des LKW-Verkehrs auf die Schiene kann nur mit Hilfe von strategischer Standortpolitik und intensiver Betreuung von Anschlussbahnunternehmen gelingen. Nach eineinhalb Jahren konnte AnschlussbahnCoach Mag. Friedrich Gitterle eine positive Bilanz ziehen.
Im Herbst 2008 wurde in Salzburg das Österreichweit einzigartige Pilotprojekt „AnschlussbahnCoach" mit tatkräftiger Unterstützung der IV Salzburg gestartet. Ziel dieses Projektes war und ist es, Salzburger Unternehmen und Kommunen in allen Fragen und Problemstellungen rund um die Nutzung von Anschlussbahnen und den Einsatz der Bahn im Güterverkehr zu unterstützten. AnschlussbahnCoach Mag. Friedrich Gitterle hat mit allen Beteiligten eine deutliche Verbesserung der Situation erwirken können. Zudem konnten im Projektverlauf wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft der Anschlussbahnen in Salzburg gewonnen werden.
Kleine Anschlussbahnen in Gefahr
Die Hälfte der aktiven Anschlussbahnen in Salzburg wird nur wenig genützt. Weniger als fünf Waggons pro Woche können dort im Schnitt beigestellt werden. Für die betroffenen Unternehmen ist das ein Problem. Sie werden nur von der Staatsbahn im Einzelwagenverkehr bedient, da sich private Eisenbahnen nur für Ganzzüge interessieren. Zudem gibt es in Österreich kaum Wettbewerb bei den Eisenbahnen. Der Marktanteil privater Anbieter liegt nur bei rund 10% der Transportleistung. Für die Unternehmer mit geringem Transportaufkommen bringt diese Situation tendenziell hohe Kosten für den Bahntransport und die Gefahr einer abnehmenden Qualität der Bedienung. Die Attraktivität des Schienengüterverkehrs hängt stark vom Preis sowie der Zeit und Frequenz der Bedienung durch die Bahn ab. Weniger Transportaufkommen bedeutet höhere Kosten und geringere Bedienfrequenz, was sowohl für den Unternehmer als auch für die Bahn Nachteile bringt. Wird die Situation für einen oder beide Beteiligten unwirtschaftlich, hat das die Schließung von Anschlussbahnen zur Folge. Verhindern können das vor allem die Eisenbahnbetreiber durch eine intensive Betreuung der Anschlussbahnunternehmen.
Strategische Standortpolitik gefordert
Der Einsatz der Bahn für den Gütertransport kann durch eine strategische Standortpolitik deutlich attraktiver gestaltet werden. Nicht alle Salzburger Gewerbezonen sind für einen Gleisanschluss geeignet. Für jene die die Voraussetzungen dafür erfüllen, sollte eine Ansiedelung von bahnaffinen Unternehmen forciert werden.
Die Erfolge des AnschlussbahnCoach
Mag. Friedrich Gitterle hat als AnschlussbahnCoach von Herbst 2008 bis zum Frühjahr 2010 mehr als 40 Unternehmen, Gemeinden und Regionen im Bundesland Salzburg betreut. Gitterle konnte dabei viele Probleme lösen aber auch Lösungsvorschläge für die die Zukunft der Anschlussbahnen erarbeiten.
Synergien werden genutzt
Der AnschlussbahnCoach hat neue Netzwerke zwischen Salzburger Unternehmen und internationalen Speditionen geschaffen, um Verkehre zu bündeln: Züge sind wirtschaftlicher wenn sie in beide Richtungen mit Ladung fahren. Die Transportströme einzelner Unternehmen sehen aber häufig anders aus. Zudem hat Gitterle die Schnittstellen zwischen verschiedenen Bahnen und Anschlussbahnunternehmen neu definiert, wodurch es insbesondere zu einer Reduktion der Prozesskosten beim betroffenen Unternehmen gekommen ist. Der AnschlussbahnCoach konnte auch häufig die Frage nach der Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit eines Gleisanschlusses für Gewerbegebiete beantworten. Viele Salzburger Unternehmen benötigten Hilfe, wenn es um Förderungen für die Verlagerung des Transportes von der Straße auf die Schiene ging. Die Antragstellung ist hierbei oft kompliziert und langwierig. Friedrich Gitterle konnte einigen Betrieben helfen, ihre Vorhaben auf den Weg zu bringen. Der AnschlussbahnCoach brachte auch Betreiber von Nebenbahnen mit potenziellen regionalen Bahnnutzern an einen Tisch, damit künftig die Bemühungen zur Verlagerung des Güterverkehrs auf Nebenbahnen vorangetrieben werden.
Attraktive Gewerbezonen
Die Chancen einer Bahnanbindung von Gewebezonen werden häufig nicht genutzt. Der AnschlussbahnCoach hat die zehn regional bedeutendsten Gewerbezonen im Salzburger Zentralraum untersucht. Ziel war es herauszufinden, ob und wie diese an die Schiene angebunden werden können, wie die Gleise dort verlegt werden müssten und welche Flächen nicht verbaut werden dürfen. Bei der künftigen Entwicklung der Gewerbezonen kann nun die Bahn berücksichtigt werden und die beste Erschließungsvariante gesichert werden. So sollen attraktive und nachhaltig nutzbare Gewerbezonen entstehen.
Der Schienengüterverkehr hat nach eineinhalb Jahren Projektarbeit deutlich an Bedeutung gewonnen sagt Mag. Friedrich Gitterle: „Seit dem Projekt AnschlussbahnCoach wird erstmals auf breiter Ebene - nicht nur unter Spezialisten - differenziert über den Schienengüterverkehr diskutiert. Das Bewusstsein über die Marktsituation auf Anbieter- und Nachfrageseite aber auch für die sachlichen Zwänge des Systems Bahn ist enorm gestiegen."
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.anschlussbahncoach.at
Das Projekt AnschlussbahnCoach wurde vom Impuls- und Dienstleistungszentrum für Mobilität und Regionalentwicklung mit Sitz in Straßwalchen getragen und gemeinsam mit dem Land Salzburg und der Industriellenvereinigung Salzburg umgesetzt. Gefördert wurde aus von der Europäischen Union über das Programm zur »Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit (RWF)«. Trotz Projektende steht der AnschlussbahnCoach für Salzburgs Unternehmen und Gemeinden auch weiterhin zur Verfügung: Tel: 0662 8042-2250, Email: info@AnschlussbahnCoach.at