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28.10.2011

Industriekonjunktur verliert an Fahrt

IV-Konjunkturumfrage zum 3. Quartal 2011

Aufschwung hat sich abgeschwächt. Stillstand bei Produktions- und Beschäftigtenaufbau. Metaller-Abschluss für Industrie eine große Bürde

 

Deutlich eingetrübt haben sich die Konjunkturprognosen der Salzburger Industrie für die kommenden Monate. Der Aufschwung wird in den nächsten Quartalen pausieren. „Mit einer neuerlichen Rezession rechnet die Industrie zwar nicht. Angesichts des markant abgeschwächten Aufschwungs herrscht aber Unsicherheit bei den heimischen Industriellen", fasst IV-Salzburg-Präsident Mag. Rudolf Zrost die Konjunkturumfrage für das 3. Quartal 2011 zusammen. „Die Unternehmer haben mit Mut und großen Anstrengungen das Vorkrisenniveau in den meisten Betrieben wieder erreicht. Gleichzeitig hat es die Politik nicht geschafft wesentliche Reformen auf den Weg zu bringen", mahnt Zrost. Den Metaller-Abschluss mit einer Lohnerhöhung von 4,2 Prozent bezeichnet Zrost als große Bürde für viele Industriebetriebe. Zudem sei die Vorgangsweise der Gewerkschaften bei den Verhandlungen „beschämend" gewesen. „Das Angebot der Arbeitnehmer war ein sehr gutes. Die Gewerkschaft wollte allerdings um jeden Preis einen Streik vom Zaun brechen", so Rudolf Zrost.

 

Aufschwung pausiert

 Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage in der Industrie zeigt deutlich, dass der konjunkturelle Gegenwind im 3. Quartal 2011 stärker geworden ist. Nur noch 28 Prozent der Unternehmer bezeichnen die Geschäftslage als „gut". Das ist der niedrigste Wert seit dem 2. Quartal 2010. Eine „schlechte" Geschäftslage gibt es hingegen in keinem der befragten Betriebe, weshalb die Situation zumindest als stabil bezeichnet werden kann. Der Auftragsbestand aus dem In- und Ausland wird nur noch von rund der Hälfte der Industriellen als „gut" bezeichnet, im Vorquartal waren es noch beinahe drei Viertel. Das zeugt von Unsicherheit im nationalen sowie im internationalen Umfeld. Die Ertragssituation ist zudem beinahe auf das Niveau des 1. Halbjahres 2010 gesunken. Nur 12 Prozent der Befragten bezeichnen sie als gut. Die schwächere Auftragslage und die trübe Konjunkturprognose führen zu einer gedämpften Produktionserwartung für das nächste Quartal. Rund ein Drittel der befragten Unternehmer erwartet eine abnehmende Auslastung und Produktionstätigkeit in drei Monaten. Mit einer Zunahme der Produktion rechnet nur ebenfalls noch ein Drittel. Zwischen den verschiedenen Branchen gibt es keine großen Unterschiede bei der Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung. Die Abkühlung der in den letzten Quartalen beobachteten Aufwärtsbewegung trifft den gesamten Industriesektor im Bundesland.

 

Beschäftigungsstand bleibt auf hohem Niveau

 Der starke Beschäftigtenzuwachs der letzten Monate in der Industrie verliert im kommenden Quartal an Dynamik. 70 Prozent der Unternehmen prognostizieren eine steigende oder gleichbleibende Zahl an Mitarbeitern. Im Vorquartal waren es noch 94 Prozent. Nachdem die Industrie im Jahr 2011 vorbildlich ihre Rolle als Jobmotor in Salzburg bewiesen hat, pendelt sich der Beschäftigtenstand nun auf hohem Niveau ein. „Die noch immer hohe Zahl an Unternehmen, die neue Mitarbeiter einstellen wollen zeigt, dass der Mangel an qualifizierten Fachkräften trotz geschwächter Wirtschaftslage ein gravierendes Problem ist. Wir können hier nur mit einem modernen Bildungssystem gegensteuern", sagt Mag. Irene Schulte, Geschäftsführerin der IV-Salzburg. „Ich appeliere an alle, denen die Zukunft ihrer Kinder und des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Salzburg am Herzen liegt. Unterstützen Sie das Bildungsvolksbegehren mit Ihrer Unterschrift vom 3. bis zum 10 November 2011 in ihrem Wohnsitzgemeindeamt", so Schulte.

 

Stagnation erwartet

Obwohl der Konjunkturmotor Industrie derzeit mit niedriger Drehzahl läuft, zeigen die Erwartungen der Salzburger Industriellen für das nächste Halbjahr, dass keine erneute Rezession im Anmarsch ist. Die Geschäftslage in sechs Monaten wird von einem Viertel der Befragten als „günstiger" als derzeit bezeichnet, 62 Prozent sehen eine gleichbleibende Geschäftslage. Auf eine Stagnation deutet aber hin, dass 13 Prozent eine ungünstigere Geschäftslage in sechs Monaten erwarten. Im Vorquartal befürchteten nur 4 Prozent eine Verschlechterung der Geschäftslage.

 

Zrost: Stillstand ist keine Lösung

Wenig Verständnis für den fehlenden Reformwillen der Politik zeigt IV-Salzburg-Präsident Zrost angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung. „Sowohl die Zeit der Krise als auch der wirtschaftliche Aufschwung in den vergangenen Monaten sind vorüber gegangen, ohne dass bei den notwendigen Reformen Fortschritte erzielt wurden. Dieser politische Stillstand verunsichert Unternehmer und Bevölkerung. Wir kommen nur mit mutigen Entscheidungen und eisernem Sparwillen zurück auf den Wachstumspfad", Zrost abschließend.

 

Zur Befragung: Für die Konjunkturumfrage zum 3. Quartal 2011 wurden 43 Firmen mit 31.511 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befragt.


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Die Salzburger Industrie erwartet eine Stagnation
Die Salzburger Industrie erwartet eine Stagnation


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