Nein zu neuen Steuern. Ja zu besserer Bildung.
Mitgliederversammlung der IV-Salzburg im Stift St. Peter.Rund 200 Gäste aus Industrie, Politik und Bildungseinrichtungen kamen zur Mitgliederversammlung der Industriellenvereinigung Salzburg (IV) am 31. Jänner 2012 im Stift St. Peter in der Stadt Salzburg. IV-Salzburg-Präsident Mag. Rudolf Zrost erneuerte in seiner Begrüßungsrede die IV-Forderung „Stoppt die Steuerlawine". Zudem bekräftigte Zrost die Notwendigkeit einer umfassenden Bildungsreform: „Die IV setzt zahlreiche Impulse im heimischen Bildungssystem. Probleme wie der Fachkräftemangel könne jedoch nur mit einer umfassenden Bildungsreform gelöst werden."
Kein Spielraum für Belastungen
IV-Salzburg-Präsident Zrost betonte bei der Mitgliederversammlung, dass die Konjunktur in Österreich am Wendepunkt zum Positiven sei und die leistungsfähige Wirtschaft sich trotz konjunktureller Schwäche behaupte. „Es gibt keine Rezession. In Salzburg liegen wir sogar über dem Österreich-Durchschnitt", erläuterte Zrost. Deshalb sei der Verlust des AAA-Ratings ein Symptom der politischen Unterlassungssünden und im Markt schon länger eingepreist. „Allerdings sind wir in den letzten 5 Jahren bei der Wettbewerbsfähigkeit und bei der wirtschaftlichen Freiheit abgerutscht und die Standortqualität ist ebenso gesunken", warnte der IV-Präsident. Das von der IV errechnete Einsparungspotenzial für die Budgetsanierung von gesamt über zehn Milliarden Euro bei Gesundheit, Pensionen und Verwaltung müsse deshalb gehoben werden. „Das ist ohne Leistungsreduktionen für die Bürgerinnen und Bürger möglich und ohne eine neue Steuerlawine, wie sie AK und ÖGB polemisch fordern", sagte Zrost. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch der Regierungsparteien. Sie müssen sie nur noch umsetzen", forderte der IV-Salzburg-Präsident.
Reformvorschläge umsetzen
Bildung war das Hauptthema der Mitgliederversammlung der IV-Salzburg. Rudolf Zrost erinnerte deshalb an die dringend notwendigen Reformen im Bildungssystem. „Auch hier liegen den Verantwortlichen auf Bundesebene Konzepte und Lösungsvorschläge zur Genüge vor, die es nur umzusetzen gilt", sagte Zrost. Die IV tue gleichzeitig alles um mit verschiedensten Initiativen wertvolle Impulse für die heimische Bildung zu setzen. Zrost nannte dazu unter anderem die Fachkräftestrategie 2020, die kürzlich von der IV-Österreich erarbeitet wurde. Dieser Maßnahmenkatalog zeigt den akuten Handlungsbedarf gegen den Fachkräftemangel auf. Dazu gehört eine Verbesserung der Berufsorientierung ebenso wie die verstärkte naturwissenschaftliche und technische Ausbildung schon in Kindergarten und Volksschule. „Hier muss schon bei den Kleinsten im Kindergarten begonnen werden, die vorhandene Neugier für naturwissenschaftliche Phänomene spielerisch zu vermitteln", sagte Zrost. Die IV-Salzburg versucht ebenso mit zahlreichen Maßnahmen den Mangel an Fachkräften zu bekämpfen. „Lust auf Technik"-Workshops für Mädchen, Betriebsbesuche für Schülerinnen und Schüler, um Gelerntes in der Praxis zu erleben, Präsenz auf Berufsinformationsmessen sowie die Weiterentwicklung von naturwissenschaftlichen und technischen Studienrichtungen sind nur einige Beispiele dafür.
Rudolf Taschner: Aufklärung begann mit Adam Ries
Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner als Hauptredner des Abends, begeisterte die zahlreichen Gäste mit seinen intelligent-humorvollen Ausführungen zur „Mathematik als Leuchtfeuer der Aufklärung". Die Aufklärung habe seiner Meinung nach mit der Einführung der Ziffern von Null bis Neun durch Adam Ries im Jahr 1520 begonnen. Sie ermöglichte jedem Menschen selbst zu rechnen und dies auch zu verstehen. Davor, zu Zeiten der römischen Zahlen, mußten die Menschen sich auf Rechenmeister verlassen, welche für sie gegen Bezahlung auch die einfachsten Rechnungen durchgeführt hatten. Anhand eines kniffligen Rechenbeispiels mit römischen Zahlenzeichen im Vergleich zu den arabischen Ziffern erläuterte Taschner, wie wichtig Aufklärung bzw. das Verstehen für eine Demokratie sei. „Demokratie funktioniert nur dann, wenn die Gesellschaft aufgeklärt ist. Darum ist Bildung so entscheidend", sagte Taschner. „Lehrerinnen und Lehrer sorgen dafür, dass Demokratie möglich ist, sind die Proponenten der Aufklärung", brach Taschner eine Lanze für die Pädagoginnen und Pädagogen des Landes. „Eine aufgeklärte Gesellschaft ist existentiell für die Zukunft des Landes", so Rudolf Taschner.


