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Film und Musik

[ 01.08.2011 ]

Fernsehen bleibt Leitmedium

6. Salzburger Medien und Technologie Roundtable - "Cross over Media - Die Zukunft des Fernsehens"

Privat-TV-Pionier Prof. Dr. Helmut Thoma als Keynote-Speaker und weitere hochkarätige Experten aus der deutschsprachigen Medienwirtschaft lockten über 100 Gäste zum 6. Salzburger Medien und Technologie Roundtable zum Thema "Cross Over Media - Die Zukunft des Fernsehens" am 28.7.2011 im ORF Landesstudio Salzburg.


Öffentlich-rechtlich noch aktuell? 

Harte Worte fand Helmut Thoma für die öffentlich-rechtlichen Medienanbieter. Er ist davon überzeugt, „dass die Zeit öffentlich-rechtlicher Sender abgelaufen ist, da das System von öffentlich finanzierten Medien keinerlei praktische Rechtfertigung mehr hat". Die einzige Berechtigung öffentlich-rechtlicher Systeme sei die Tatsache, dass sie "von der Politik erwünscht sind". Geht es nach dem Privat-TV-Pionier, sollte es vielmehr öffentlich-rechtliche Inhalte geben, die von öffentlicher Hand finanziert werden - auch wenn sie von Privaten produziert werden. Servus TV beispielsweise, produziere mehr öffentlich-rechtliches Programm als der ORF, sagte Thoma. Es sei jedoch höchst schwierig, diese Inhalte zu definieren, wandte EU-Medienexperte Dr. Rudolf Strohmeier ein: "Wer und nach welchen Kriterien soll diese Inhalte definieren?" Servus TV-Programmdirektor Wolfgang Pütz wollte in der Diskussion nicht so weit gehen. "Ich wäre schon froh, wenn der Öffentlich- Rechtliche endlich werbefrei wird und die übrigen Sender sich die Werbegelder teilen." Pütz geht davon aus, dass in Zukunft der Konsument nur noch für das zahlen wird, was er tatsächlich sehen will.

 

TV bleibt Leitmedium
Helmut Thoma ist überzeugt, dass es in Zukunft ein noch viel größeres Programmangebot geben wird. Grundlage dafür ist, dass Fernsehen und Internet zusammenwachsen, da sich analoge Spartenprogramme nicht lohnen würden. In dem Sinne werde das Fernsehen auch in Zukunft Leitmedium bleiben, da das Audiovisuelle die dem Menschen am meisten entsprechende Darbietungsform von Inhalten ist. Print werde hingegen deutlich zurückgehen, lautete die Prognose des Fernsehexperten. Dem Radio sagte er eine stabile Zukunft voraus. Davon, dass das Fernsehen nicht vom Internet vertrieben wird, ging auch ORS-Geschäftsführer Mag. Michael Wagenhofer aus. Vielmehr ergänze das lineare das nicht-lineare Angebot. Daher sei es "von zwingender Bedeutung, dass jeder Sender auch nichtlineare Angebote bringt", um etwa die junge Zielgruppe zu erreichen. Fernsehen an sich sei seit je her ein eher altes Medium gewesen, da es durch die Zeitgebundenheit nicht zum Lebensstil junger Leute passe. Diesem Manko könne man mit Hilfe der Verschmelzung von Fernsehen und Internet entgegentreten.

 

Interaktivität gefragt
Fernsehen wird immer Fernsehen bleiben, die Frage ist nur, was dazukommt", erläuterte Regina Bernhaupt, vom Institut de Recherche en Informatique de Toulouse. Der Generaldirektor von A1, Dr. Hannes Ametsreiter, war allerdings skeptischer: Mindestens die klassischen Programmzeiten des Fernsehens könnten in Zukunft nicht mehr funktionieren. Interaktivität durch zusätzliche Angebote sei Grundbedingung für den Fortbestand des Fernsehens. Inhalte müssten über viele Kanäle verfügbar gemacht werden.

 

Der 6. Salzburger Medien und Technologie Roundtable ist eine Veranstaltung der Industriellenvereinigung Salzburg gemeinsam mit  moonlake entertainment und VSCG.

 

Fotos der Veranstaltung finden Sie im Internet unter folgendem Link: Fotogalerie MTRT 2011
Der MTRT auf Facebook: http://tinyurl.com/mtrt2011

 


Prof. Dr. Helmut Thoma
Prof. Dr. Helmut Thoma

Das hochkarätig besetzte Podium des MTRT 2011 TV bleibt ein Leitmedium, meinten die Diskussionteilnehmer.



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