Wirtschaftswachstum ohne Österreich? Vertrauenskrise mit echten Reformen beenden!

Vollversammlung und Industrieempfang der IV-Salzburg

IV-Salzburg-Präsident KommR Mag. Rudolf Zrost, Ökonom Christoph Braunschweig, LH Dr. Wilfried Haslauer

Vor rund 250 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien, forderte gestern Präsident KommR Mag. Rudolf Zrost bei Vollversammlung und Industrieempfang der Industriellenvereinigung Salzburg (IV) im Schloss Leopoldskron die Vertrauenskrise bei den Unternehmen endlich durch Reformen zu beenden. 

Flexibilität gefordert
Rudolf Zrost hob auch die Bemühungen der Landesregierung zur Reduktion der Landesschulden positiv hervor und betonte, dass die Bundesregierung davon nur lernen könne. „Die Landesregierung regiert, die Bundesregierung nicht“, sagte Zrost. Wirtschaftswachstum finde derzeit ohne Österreich statt, nicht zuletzt aufgrund des steigenden Verlustes an Wettbewerbsfähigkeit und zunehmend schlechter werdender Rahmenbedingungen in Österreich. Zur schwierigen Lage am Arbeitsmarkt wies Zrost darauf hin, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer verunsichert seien.“Aus der Investitions-Zurückhaltung ist eine Investitions-Verweigerung geworden. Das wirkt sich trotz einer etwas freundlicheren konjunkturellen Entwicklung auf den Arbeitsmarkt direkt aus“, sagte Zrost und forderte deshalb mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit auf betrieblicher Ebene, den Abbau von sinnlosen Auflagen und Regulierungen sowie die Senkung der Arbeitskosten. „Nach Berechnungen von EcoAustria würden 30.000 dringend benötigte zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn die Lohnnebenkosten um 5 Mrd. Euro sinken“, so der IV-Salzburg-Präsident. Gleichzeitig würde die Wertschöpfung um 3,5 Mrd. Euro steigen. Diese Maßnahme finanziere sich also zu einem großen Teil selbst, so Zrost. Die jüngsten Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung, Überstundeneuro und Maschinensteuer bezeichnete Zrost als Forderungen aus der gewerkschaftlichen Mottenkiste und warnte davor, mit solchen Maßnahmen Arbeitsplätze zu vernichten.

Hausverstand zulassen
Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer kritisierte in seinen Grußworten die immer komplizierter werdenden Regelungen und die unverständliche Steuergesetzgebung. Man dürfe die Menschen nicht durch Überreglementierung entmündigen. „Der Hausverstand braucht wieder eine Bühne“, so Haslauer. Den Menschen müsse die Freude am Tun zurück geben werden.

Christof Braunschweig: Absage an Schuldenpolitik
Der Hauptredner der Vollversammlung, Wirtschaftswissenschaftler Christoph Braunschweig, betonte die zunehmende Bedeutung der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“ von Friedrich A. von Hayek, ganz besonders angesichts der grassierenden Schuldenpolitik in Europa. „Genau wie jeder einzelne Mensch, so kann auch eine Volkswirtschaft nur durch Sparen und anschließendem Investieren des Ersparten wachsen und wohlhabend werden“, sagte Braunschweig. „Mehr Konsum erfordert eine vorangeschaltete Mehrproduktion - nicht aber neu gedrucktes Geld und somit neue Schulden“, so die Warnung des Ökonomen. Neo-Liberalismus oder Globalisierung seien nicht die Verursacher der Misere, sondern der Versuch, Logik und Moral der Marktwirtschaft außer Kraft zu setzen, erläuterte Christoph Braunschweig. 

Alle Fotos zu Vollversammlung und Industrieempfang: Onlinealbum VV und IE 2015

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