380 kV-Salzburgleitung in der Warteschleife

Nach Beschwerden gegen den UVP-Bescheid vom 14. Dezember 2015 liegt Akt beim Bundesverwaltungsgericht – Zusätzliche Kosten für die Konsumenten – Engpass beim Anschluss des Salzburger Netzes

Infrastruktur, Transport, Ressourcen, Energie
Austrian Power Grid Umspannwerk Wien-Südost

Die Industriellenvereinigung Salzburg drängt auf eine rasche, rechtskräftige Entscheidung zur 380-kV-Salzburgleitung. „Der positive UVP-Bescheid des Landes Salzburg ist am 14. Dezember 2015, also vor einem Jahr ergangen. Der Bescheid ist äußerst umfangreich und detailgenau. Alle Fragen sind hinlänglich beantwortet. Es ist bereits überfällig, dass das Bundesverwaltungsgericht die ersten Schritte setzt, um das Verfahren abschließen zu können“, sagt die Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Salzburg, Irene Schulte.

Der UVP-Bescheid stellt 425 Auflagen und ist 731 Seiten dick. Das UVP-Verfahren selbst begann am 28. Februar 2013, also vor bald vier Jahren. „Dieses Verfahren zeigt deutlich die überschießenden Bestimmungen in Österreich und ist ein weiteres Argument für die Forderung der Industriellenvereinigung nach umfassendem Bürokratieabbau“, sagt Schulte.

Die Notwendigkeit des Lückenschlusses der österreichischen 380-kV-Ringleitung nimmt weiter zu, während das Verfahren anhängig ist:

  • Deutschland erwägt ab 2018 den Stromhandel mit Österreich wegen Netzengpässen an der Grenze einzuschränken. Damit werden ausreichende, innerösterreichische Leitungskapazitäten noch wichtiger.
  • Der Netzbetreiber muss immer häufiger intervenieren, um eine Überlastung der alten 220-kV-Leitungen zu verhindern. Das Hochfahren von Kraftwerken oder Zuschalten von Pumpen in Speicherkraftwerken verursacht hohe Kosten. Diese Kosten trägt im Endeffekt der Stromkunde.
  • Die Errichtung der 380-kV-Salzburgleitung wird auch für das Bundesland immer dringender. Das Verteilungsnetz im nördlichen Salzburg ist nur an einer Stelle an das Übertragungsnetz der APG angeschlossen. Kommt es zu einer Störung, kann keine ausfallsichere Anbindung gewährleistet werden. Erst mit der Salzburgleitung ist eine zusätzliche Netzabstützung und damit eine hohe Versorgungssicherheit möglich.

Bei einem positiven Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts im Frühjahr kann die Projektleiterin Austrian Power Grid (APG) 2018 mit dem Leitungsbau in Salzburg beginnen. Die Errichtung der 113 Kilometer langen Leitung wird wegen langer, naturschutzrechtlich bedingter Bauverbotszeiten viereinhalb Jahre dauern. Insgesamt wird die APG für die 380-kV-Salzburgleitung 600 Millionen Euro im Bundesland Salzburg investieren.

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