Leichter Aufschwung erwartet

Die Salzburger Industriebetriebe erwarten Mitte 2016 einen leichten Aufschwung. IV-Präsident Rudolf Zrost: „Die Konjunkturlokomotive kommt nur mit den richtigen Weichenstellungen in Fahrt.“

Stabiler Ausblick für Salzburgs Industrie

 Die Salzburger Industriebetriebe gehen mit einem stabilen Ausblick in das Jahr 2016. 38 Prozent der Befragten berichten von einer „guten“ Geschäftslage. Das ist im Vergleich zum 3. Quartal ein leichter Rückgang. Allerdings berichten nur acht Prozent eine „schlechte“ Lage. Der aktuelle Auftragsbestand vervollständigt dieses Bild. 39 Prozent der Unternehmen verzeichnet einen „guten“ Auftragsbestand, acht Prozent einen „schlechten“. Auch hier gibt es momentan eine Seitwärtsbewegung.

Die Auslandsaufträge haben laut Konjunkturumfrage nachgelassen. Nach 51 Prozent im dritten Quartal melden nun 32 Prozent eine „gute“ Lage bei den Auslandsaufträgen. Hier spielen bei der Salzburger Umfrage die starken geschäftlichen Verbindungen zu Deutschland mit, wo Konjunkturumfragen eine Abwärtstrend signalisieren.

Erholung leicht abgekühlt

Wie erwartet, hat sich die Erholung der Wirtschaft analog zum Umfeld leicht abgekühlt. Das spiegelt sich bei den Salzburger Betrieben in der Auslastung der Produktionskapazität wider. Zwar berichten 63 Prozent von einer gleichbleibenden Auslastung der Produktionskapazität, 21 Prozent gehen aber davon aus, dass die Auslastung sinkt. Ebenfalls 21 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass der Stand der Beschäftigten in den nächsten drei Monaten sinken werde. Von einem steigenden Mitarbeiterstand gehen nur noch drei Prozent der Betriebe aus.

Rudolf Zrost, Präsident der Industriellenvereinigung Salzburg, fordert nun weitere Reformen. „Die Konjunkturlokomotive gewinnt nur mit den richtigen Weichenstellungen an Fahrt. Die Entwicklung zeigt unter anderem, wie problematisch die mangelnde Flexibilität bei der Arbeitszeit für den Standort ist. Eine Maximalarbeitszeit von zehn Stunden ist in der Industrie weder für die Arbeitgeber noch für die Arbeitnehmer praktikabel.“ Zwar habe der Nationalrat im Dezember die Anhebung der Tageshöchstarbeitszeit auf zwölf Stunden bei aktiver Reisezeit beschlossen – nicht aber bei der Gleitzeit, wie es eigentlich im Regierungsprogramm vorgesehen sei. Zrost kritisiert: „Es ist nicht möglich, Mitarbeiter im benötigten Umfang einzusetzen, wenn Aufträge vorhanden sind.“ Das wird dann der Fall sein, wenn die Auftragslage in einem halben Jahr wieder anzieht, wie aus der Umfrage hervorgeht.

Allerdings ortet die Industriellenvereinigung zuletzt positive Signale aus der Politik. So wurde erst am Montag ein Bürokratieabbaupaket in Aussicht gestellt. Es beinhaltet schnellere UVP-Verfahren, einfachere Betriebsanlagengenehmigungen oder die Abschaffung des Kumulationsprinzips bei Verwaltungsstrafen. „Das Paket hat viele Forderungen der Industrie aufgenommen, es sind wichtige Maßnahmen. Unsere Betriebe müssen mit einer enormen Überregulierung kämpfen. Das ist ein massiver Hemmschuh für Investitionen und Arbeitsplätze“, sagt IV-Salzburg-Präsident Zrost. Er hofft auf Landesebene auf eine Umsetzung der im industriepolitisches Abkommen festgezurrten Punkte. So könnte etwa bei der Straßeninfrastruktur der Bau des Gitzentunnels und der zum Projekt gehörenden Salzachbrücken wichtige Weichen für Investitionen stellen, die Wirtschaft beflügeln und den Standort Salzburg stärken.

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